In Japan ist die Industrieproduktion wegen des strikten Corona-Lockdowns in vielen Regionen Chinas so stark gefallen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Sie sei im Mai im Vergleich zum Vormonat um 7,2 % eingebrochen, teilte das Ministerium für Wirtschaft, Industrie und Handel auf Basis vorläufiger Daten mit.

Erwartet wird nur noch ein Wachstum der Wirtschaftsleistung in Deutschland um rund 1,5 %, wie der Bundesverband Deutscher Industrie (BDI) aktuell mitteilte. Zu Jahresbeginn war die Industrie vor dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine von einem Plus um etwa 3,5 % für 2022 ausgegangen.

"Dies war der höchste Anstieg gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949", teilte das Statistische Bundesamt mit. "Damit verzeichneten die gewerblichen Erzeugerpreise seit Dezember 2021 jeden Monat neue Rekordanstiege."

Moskau und Peking verstärken wirtschaftliche Kooperation

Die Ukraine-Krise führt zu Entwicklungen, die dem Westen nicht schmecken können. Nach einem Telefonat zwischen Xi und Putin hieß dieser Tage, dass Russland und China ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs vertiefen wollen. Das gelte für die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Finanzen, Industrie, Verkehr als auch anderen Sektoren. Ich erlaube mir anzumerken, dass andere Sektoren im militärischen Bereich angesiedelt sein könnten.
Beide Seiten stellten fest, dass die unrechtmäßige Sanktionspolitik des Westens die Weltwirtschaft eingetrübt und die Zusammenarbeit der beiden Großmächte forciert habe.
Am Rande sei bemerkt, dass Südafrika nun auch Interesse am günstigen russischen Öl hat. Der Westen hat offenbar nur Lust auf teures Öl, um der eigenen Industrie und den Menschen zu nutzen?
Kommentar: Die Welt fragmentiert sich zusehends in zwei Lager. Ein Lager, das nicht sanktioniert, weil es erkennt, dass es um US-Interessen der Geopolitik geht. Dieser Teil genießt in den „Terms of Trade“ Vorteile. Der andere Teil, hat offenbar Lust, sich international Nachteile zu verschaffen.

(Folker Hellmeyer)  

EZB mit Zinswende?

Dieses Mal hat die Europäische Notenbank das Problem, dass der Zins bei 0 Prozent ist und damit der Spielraum der EZB in Frankfurt mehr als eingeschränkt ist. Aber dies ist nicht das einzige Problem: Denn wir haben zusätzlich noch Krieg in Europa, die Kollateralschäden der Corona-Krise wie z.B. kaputte Lieferketten, eine drohende Rezession und Lockdowns in China sowie eine Energiekrise, die teilweise durch eine falsche Energiewende selbst verursacht wurde.
All das spricht für eine große Krise.

Die EZB muss sich also nun entscheiden zwischen Pest und Cholera: Bekämpft sie die Inflation und beendet damit das Währungsexperiment Euro und schickt die Zombiestaaten in den Bankrott oder rettet sie diese und riskiert eine Hyperinflation. Egal wie man es dreht und wendet, beides führt zum gleichen Ergebnis: das Ende des Euros! (Marc Friedrich)

Eurozone: Handelsbilanz mit Rekorddefizit

Das bereits hohe Handelsdefizit der Eurozone hat sich im April nochmals stark ausgeweitet. Gegenüber dem Vormonat sei das saisonbereinigte Defizit um 13,9 Milliarden auf 31,7 Milliarden Euro gestiegen.

Im April stiegen zwar die Ausfuhren um bereinigt 1,5 Prozent an, wie Eurostat mitteilte. Die Einfuhren erhöhten sich aber wesentlich deutlicher um 7,1 Prozent. Eurostat verweist auf einen starken Anstieg der Energieimporte - eine Folge der wegen des Ukraine-Kriegs stark gestiegenen Energiepreise. Der Saldo der Handelsbilanz ergibt sich aus der Differenz zwischen Exporten und Importen. In der Regel verzeichnet die Eurozone einen Überschuss im Außenhandel.

 Wasserstoff  -  China legt vor

Changan Automobile startet die größte Serien-Produktion eines Wasserstoff-Autos.

Im Juni kommt der „SL03“ auf den Markt – mit Riesenreichweite.

Kaum ein Thema polarisiert die Automobilbranche mehr als die Zukunft von Wasserstoff-Autos. Deutsche Forscher entwickelten bereits ein Wasserstoff-Hybrid-Auto mit 1.000 km Reichweite. Doch während andere Hersteller noch zweifeln, macht das chinesische Traditionsunternehmen Changan Automobile bereits Nägel mit Köpfen. Mit der Untermarke „Deep Blue“ möchte der Konzern sein neues Modell „SL03“ noch Ende Juni auf den Markt bringen.

Damit ist das erste Wasserstoff-Brennstoffzellenauto aus China die bislang größte Massenproduktion von Autos dieser Antriebsart weltweit.

Changan Autombiles wirbt mit einer Reichweite von 700 Kilometern und einem vollen Tank in nur drei Sekunden. Erst zuletzt gelang deutschen Forschern der Durchbruch in der Wasserstoffauto-Technik. Bei der Präsentation des neuen Modells vergangene Woche kündigte der Konzern sogar an, Tesla Konkurrenz machen zu wollen. Denn der „SL03“ soll in vier Varianten auf den Markt kommen: rein elektrisch, mit zwei verschiedenen Akku-Größen, als Hybrid mit erhöhter Reichweite und vollständig Wasserstoff-betrieben.        

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