Das reale BIP im Euroraum ist im ersten Quartal nur leicht um 0,1 % Q/Q gewachsen. Zumindest ist keine große Volkswirtschaft geschrumpft und ohne Irland (-2,7% Q/Q!) wäre das BIP um 0,1 Prozentpunkte höher ausgefallen. Gebremst hat inflationsbedingt erneut der Rückgang des privaten Konsums.

Der Ausblick hellt sich auf, die Stimmung der Unternehmen hat sich zuletzt verbessert. Für das Gesamtjahr erwarten wir einen BIP-Zuwachs von knapp 1,0%. Trotz der jüngsten Marktverspannungen muss der Fokus der Geldpolitik weiter ganz auf die Inflationsbekämpfung gerichtet bleiben, für eine Entwarnung ist es noch zu früh. Allerdings sind die deutlichen Leitzinserhöhungen in den vergangenen gut neun Monaten noch nicht voll in der Realwirtschaft angekommen. Die EZB kann daher nach den jüngsten Marktverspannungen ab Mai etwas vorsichtiger agieren, dürfte ihren Straffungskurs aber grundsätzlich bis in den Sommer hinein fortsetzen. Die Zinserhöhungen werden die Konjunktur bremsen, allein das Ausmaß ist noch unklar.

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