Einen traurigen Rekord haben die USA mit ihrem Handelsbilanzdefizit von US-$ 859 Milliarden für das Geschäftsjahr 2021 verkünden müssen. Alleine US-$ 355 Milliarden (plus 45 Mrd. gegenüber Vorjahr) entfallen auf China und etwa US-$ 220 Milliarden (plus 35 Mrd.) auf die EU.

Innerhalb der Europäischen Union ist es vor allem Deutschland, das seinen Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA ausbauen konnte. Das Handelsbilanzdefizit war so lange problemlos, wie die Welt US-Dollar in praktisch unbegrenzter Menge als Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel akzeptierte. Doch dies hat sich geändert, seitdem China seine umfangreichen Dollarguthaben über den sogenannten Zweitmarkt an Dritte weiterzureichen versucht. Ein wachsender Teil dieser internationalen Dollarbestände findet dadurch bereits seinen Weg zurück in die USA, wo er ein zusätzliches Problem auslöst, indem er aktuell das Inflationspotenzial in einem noch nie dagewesenen Ausmaß anheizt. Kann ein Land sein anhaltendes Außenhandelsdefizit nicht mehr in der eigenen Währung finanzieren, drohen ihm erhebliche Wohlstandsverluste, und genau vor diesem Problem stehen derzeit die USA.

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