Samstag, 01.09.2012

Ist der aktuelle Rückgang der Charterraten bei Bulkern auf die tropischen Stürme zurückzuführen? 

Kann es sein, dass Tropenstürme kurzfristig für weniger Nachfrage bei Kohle sorgen? Alleine China hat in diesem Jahr bereits sieben tropische Stürme überstanden.

Der Vorjahresvergleich zeigt, dass es letztjährig lediglich drei waren. Die mit den Stürmen einhergehenden hohen Niederschläge haben zu einer besseren Wasserversorgung in den Flüssen und Seen geführt, was sich wiederum positiv für die Energieausbeute aus den Wasserkraftwerken auswirkte. In Zahlen gemessen bedeutet das, dass im Juli 2012 durch chinesische Wasserkraftwerke ca. 91, 6 Milliarden kWh Strom produziert wurden. Das entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vormonat von 16,3 Milliarden kWh. Eine ähnliche Entwicklung ist auch für den August zu erwarten. Es erstaunt kaum jemanden, dass diese außergewöhnlich hohe Leistung der Wasserkraftwerke die Nachfrage von China noch Kohle kurzfristig reduziert. Genauso wenig überraschend wird auch der Rückgang der Stromproduktion bei den Wasserkraftwerken in den nächsten Monaten kommen, der dann durch Kohlekraftwerke ausgeglichen werden muss. 

Klar ist nur eines - der Energieverbrauch der Chinesen steigt weiterhin stark an. Für das Jahr 2012 wird jedoch ein Rückgang der Steigerung von 11,8 % auf dann immer noch 5,5 % erwartet. Damit ist der chinesische Energiehunger immer noch als extrem stark zu bezeichnen.

Autor: Marc Philipp Brandl

Marktinformationen-Archiv