Montag, 20.08.2012

Fondsgesellschaft Fidelity, sieht Trendwende für Chinas Ökonomie -  das Land wird zur früheren Dynamik zurückkehren.

Nach Meinung der Fondsgesellschaft Fidelity kommt eine Trendwende in China, womit das Land zu seiner früheren wirtschaftlichen Wachstumsdynamik zurückkehren wird.

Nach Meinung des Managers des Fidelity China Consumer Fund, Raymond Ma, befindet sich das Land auf einem guten Weg. Zitat: “Zwar fiel Chinas Wirtschaftsentwicklung in jüngster Zeit eher schwach aus, aber es gibt einige frühe Indikatoren für eine Erholung. So stieg das Exportwachstum von 7,6 % annualisiert im ersten, auf 10,5 % im zweiten Quartal 2012. Während die Exporte in die USA, nach Europa und nach Japan erwartungsgemäß zurückgingen, haben sich die Exporte in andere asiatische Länder sowie sonstige Teile der Welt gut behauptet. Was den Binnenmarkt angeht, zeigen die Entwicklungen bei Anlageinvestitionen und der Einzelhandelsumsatz, dass die Lockerung der Geldpolitik seit Jahresbeginn langsam in der Realwirtschaft ankommt.”

Nachdem die chinesische Regierung die Inflation in den Griff bekommen hat, stellt diese kurzfristig kein Risiko mehr dar. Unterstützt wird das dynamische Wachstum durch eine lockere Geldpolitik der chinesischen Zentralbank in den letzten Monaten. Deshalb geht Herr Raymond Ma von einer noch stärkeren Erholung der chinesischen Volkswirtschaft aus. Die größten Wachstumsimpulse werden, seiner Meinung nach, aus Zentral- und Westchina kommen. Das Wachstum wird sicherlich positiv unterstützt durch die derzeit rückläufigen Öl- und Kohlepreise. Damit dürften die Margen der chinesischen Unternehmen steigen und die Profitabilität zunehmen. Außerdem erwartet Herr Ma nach dem Regierungswechsel eine Ankurbelung der Binnennachfrage in der zweiten Jahreshälfte 2012.

Der Immobilienmarkt in China dürfte ebenfalls positiv auf die Lockerung der geldpolitischen Maßnahmen reagieren. Immer mehr Chinesen werden sich aufgrund der seit Jahresanfang gefallen Immobilienpreise und einem rückläufigen Zinsniveau eine eigene Immobilie leisten können, zumal die Löhne in den letzten zwei Jahren zwischen 20-30 % gestiegen sind.

Der Fidelity-Experte sieht lediglich den Finanzsektor skeptisch - man muss dort die weitere Entwicklung abwarten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das gebremste Wachstum, um die Inflation in den Griff zu bekommen, sicherlich kein nachhaltiges Problem für die chinesische Volkwirtschaft darstellen wird. Mittlerweile wurde schon wieder der Weg für einen stärkeres Wachstum beschritten. Wie sonst wäre zu erklären, dass im zweiten Quartal 2012 ein Wachstum in China von 10,5 % bereits Realität wurde?

Autor: Marc Philipp Brandl

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