Die chinesische Regierung stemmt sich weiter gegen eine drohende stärkere Inflation im Sog des Rohstoffpreisbooms der vergangenen Monate. Die Regierung werde bald staatliche Kupfer-, Zink und Aluminium-Bestände an Metallproduzenten verkaufen, wie die dafür zuständige Behörde in Peking mitteilte.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete, sollen staatliche chinesische Unternehmen zudem auf Anordnung der Regierung ihre Abhängigkeit von ausländischen Rohstoffmärkten verringern. Preise für Metalle wie Kupfer gerieten daraufhin etwas unter Druck, nachdem sie bereits zuletzt ein Stück weit zurückgesetzt hatten. Allerdings kosten sie immer noch deutlich mehr als noch zu Jahresbeginn. Der Rohstoffboom ist der Regierung Chinas schon länger ein Dorn im Auge. Sie befürchtet, dass die steigenden Preise auf der Unternehmensseite früher oder später auch auf die Konsumentenpreise stärker durchschlagen und damit die Inflation anheizen könnten. Auch daher war sie schon jüngst gegen die Spekulationen auf dem Rohstoffmarkt vorgegangen. Hintergrund der Rohstoffpreisrally ist die anziehende Weltkonjunktur mit den beiden Schwergewichten USA und China voran. Nach Berechnungen des Hamburger Forschungsinstitutes HWWI waren die Preise für Industrierohstoffe allein von April bis Mai um durchschnittlich rund 14 % gestiegen. Der großen Nachfrage steht ein teilweise immer noch knappes Angebot gegenüber. Denn gerade zu Beginn der Corona-Pandemie hatten viele Bergbaukonzerne ihre Produktion zurückgefahren und auch Investitionen in Förderkapazitäten gescheut. Bis das aufgeholt ist, dauert es in der Regel eine Weile.

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