Die Konjunkturstimmung der Finanzexperten hat sich im Oktober spürbar eingetrübt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen sackten um mehr als 20 Saldenpunkte auf 56,1 Punkte ab.

US-Wahlen, Brexit und die zweite Corona-Welle wirken aktuell wie eine Euphoriebremse. Diese Effekte sind Begründung für unser „Swoosh-Konjunkturbild“ für Europa, also eine erhebliche Abflachung der Erholung nach dem Aufholeffekt im dritten Quartal. An der Wachstumsprognose für Deutschland von -5,8% (2020) und +4,3% in 2021 wird vorerst festgehalten. Bei den europäischen Zinsen wird keine nachhaltige Aufwärtsbewegung erwartet. Die EZB dürfte vielmehr eine erneute Ausweitung des PEPP ins Auge fassen (Ankauf von Anleihen öffentlicher und privater Schuldner). Die EZB steht auch wegen der sehr schwachen Inflationsentwicklung unter Druck, schon bald das PEPP erneut auszuweiten.