Dass die deutsche Wirtschaft wegen der Corona-Pandemie nicht noch tiefer in die Rezession gerutscht ist, hat sie neben dem Staatskonsum vor allem der – im Gegensatz zu anderen Ländern wie etwa Großbritannien – erfreulichen Entwicklung der Bauwirtschaft zu verdanken.

Zwar gaben auch die Bauinvestitionen in diesem Frühjahr nach. Das lag aber nicht an der Corona-Krise, sondern an der überaus guten Entwicklung im ersten Quartal. Die Bauinvestitionen nahmen im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum real um 3,2 % und nominal sogar um 6,3 % zu. Zum Vergleich: Die Investitionen in Maschinen und Ausrüstungen brachen im gleichen Zeitraum nominal um 18 % und real um über 19 % ein. Damit stieg die Bedeutung der Bauinvestitionen für die deutsche Wirtschaft weiter. Lag der Anteil der Bauinvestitionen am nominalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Halbjahr 2005 noch bei lediglich 8,7 %, betrug er in der ersten Hälfte dieses Jahres 12,1 %.