Mehr als die Hälfte der Befragten in einer Bloomberg-Umfrage prognostiziert eine Erhöhung des € 1,35 Billionen schweren Pandemie-Kaufprogramms der EZB bis Dezember, wobei die meisten eine Verlängerung und eine Aufstockung um € 500 Milliarden erwarten.

Die Erwartung, dass die EZB mehr tun muss, verdeutlicht die außerordentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Erholung von der Krise. Zwar weisen die jüngsten Daten nach Einschätzung der Notenbanker auf eine relativ kräftige Erholung hin. Sie betonen aber auch, dass die Wirtschaft der Eurozone weiterhin auf die größte Schrumpfung seit ihrem Bestehen zusteuere - fast 9 % in diesem Jahr - und dass das Ausmaß der Schäden für Unternehmen und Arbeitsmärkte noch immer schwer einzuschätzen sei. "Es ist viel zu früh, um Entwarnung für die Wirtschaft zu geben", sagte Carsten Brzeski, Chefvolkswirt bei ING Deutschland. "Es brauche mehr Daten, bevor sich ein besseres Bild vom Verlauf der zweiten Phase des Aufschwungs abzeichnet. Diese zweite Phase des Aufschwungs wird die nächsten Schritte der EZB bestimmen", so Brzeski.