Die Autoindustrie ist ein Prunkstück der deutschen Wirtschaft - und derzeit meilenweit von früheren Erfolgen entfernt. Käufer halten sich zurück. Aufträge bleiben somit vielfach aus. In der Folge werden seit Jahresbeginn so wenig Pkw gebaut wie seit fast einem halben Jahrhundert nicht.

Auch im Mai haben die Kunden angesichts der Corona-Krise einen großen Bogen um die Autohäuser gemacht. Insgesamt wurden mit rund 168.000 Fahrzeugen nur halb so viele abgesetzt wie im Vorjahr, wie das Kraftfahrtbundesamt mitteilte. Damit hat sich allerdings der Abschwung im Vergleich zum April etwas abgeschwächt. Für die kommenden Monate rechnen Experten mit allmählich besseren Verkaufszahlen. In den ersten fünf Monaten wurden damit gut 990.000 Pkw an die Kunden übergeben - 35 % weniger als im Vorjahreszeitraum. "Nach dem Rückgang im Vormonat von 61 % bleibt der Markt damit auch nach Öffnung der Autohäuser weiter sehr schwach", heißt es vom Verband der Automobilindustrie (VDA). Von dem Einbruch blieb kein deutscher Hersteller verschont. Am stärksten traf es Smart mit einem Absatzminus von mehr als 90 %. BMW verbuchte 62 % weniger Verkäufe. Bei Volkswagen halbierten sich die Verkäufe. Mit einem Anteil von knapp einem Fünftel waren SUVs das stärkste Segment der neu zugelassenen Pkws, dicht gefolgt von der Kompaktklasse mit rund 19 %. Einher ging der Absatzeinbruch mit weniger Bestellungen. Der Auftragseingang aus dem Inland lag im Mai 46 % unter Vorjahr, aus dem Ausland wurden 32 % weniger Aufträge verbucht. Von den Auswirkungen der Corona-Krise ist die Pkw-Produktion weiterhin massiv betroffen, wie der VDA weiter mitteilte. Im Mai haben die deutschen Pkw-Hersteller ihre Fertigung nur langsam hochgefahren: Es liefen lediglich 151.500 Pkw vom Band, ein Einbruch um zwei Drittel. Nach fünf Monaten lag die Fertigung bei knapp 1,2 Millionen und damit auf dem niedrigsten Niveau seit dem Jahr 1975.