An den Börsen spekulieren die Investoren zunehmend darauf, dass die US-Währungshüter im Laufe des Jahres den Leitzins unter null Prozent senken.

"Negative Zinsen sind möglich", sagt etwa Fondsmanager Akira Takei vom Investmenthaus Asset Management One. Eine solche Geldpolitik würde aus seiner Sicht Einkommen effektiv umverteilen. Finanzmittel würden wegfließen von denjenigen, die jahrelang von der Kreditvergabe profitierten, und hin zu denen gelangen, die nun in der Krise Kredite aufnehmen müssten. In den letzten Tagen ist die Wahrscheinlichkeit auf die Einführung von Negativzinsen in den USA deutlich gestiegen. "Das hat sich von einer theoretischen Angelegenheit zu einer klaren Möglichkeit hinentwickelt", sagt Michael Purves, Chef des Beraterhauses Tallbacken Capital Advisors. Nach Daten der Bank of America liegt basierend auf den Optionskursen für US-Zinsswaps die Wahrscheinlichkeit inzwischen bei 23 %, dass der US-Leitzins bis Dezember auf unter null Prozent gesenkt wird. Vor einer Woche waren es lediglich 9 bis 10 Prozent gewesen.