Die Weltwirtschaft ist in einer tiefen Krise. Um schlimmeres zu verhindern, senken Zentralbanken Zinsen und sorgen für genügend Liquidität, während Regierungen mit Garantien, Krediten und Staatsbeteiligungen die Realwirtschaft stützen.

Beides funktioniert bislang außerordentlich gut. Wie alles im Leben hat auch dies seinen Preis. Die Notenbanken sorgen für sehr niedrige oder negative Zinsen. Nicht nur aktuell, sondern wohl auch in den kommenden Jahren. Die Preise für Unternehmensanleihen haben jegliche Signalwirkung verloren, da die Zentralbanken den Markt durch die Anleihekäufe subventionieren. Zudem kann sich die Liquidität wegen der grenzenlosen Risikobereitschaft der Notenbanken leicht durch die Märkte arbeiten und Anleihe- und Aktienpreise nach oben heben. Die staatlichen Maßnahmen haben neben den kurzfristig positiven Effekten aber auch mittel- und langfristige Folgen, die mit der Zeit immer negativer werden. Zum einem dürfte es zu einem Crowding-out Effekt kommen. Der Staat drängt durch seine Markteingriffe private Anbieter aus dem Markt. Zum anderen wird zumindest teilweise eine Marktbereinigung von Grenzanbietern verhindert. Beides zusammen senkt in den kommenden Jahren die Effizienz und Innovationskraft in den Volkswirtschaften. Zudem dürften mittelfristig auch Steuern und Sozialabgaben steigen. Man könnte die negativen Folgen mildern, wenn Staat und Zentralbanken sich schnell wieder auf ihre grundlegenden Funktionen zurückziehen. Die Erfahrung lehrt aber, dass Zugewinne an Macht und Einfluss nur schwer wieder aufgegeben werden.