Der ohnehin angeschlagenen italienischen Wirtschaft droht durch die strengen Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus erheblicher Schaden. Die Wirtschaftsleistung liege derzeit täglich um 10 bis 15 % unter ihrem normalen Niveau.

Tourismus und Verkehr verzeichnen demnach Einbrüche von etwa 90 %, der Einzelhandel ohne Lebensmittelgeschäfte von 50 % und die Industrieproduktion von rund 10 %. Im ersten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) deshalb um etwa 1,2 % zum vorangegangenen Quartal schrumpfen, im zweiten dann sogar um 3 %, sagte der frühere Chefvolkswirt des italienischen Finanzministeriums. Italien geht mit aller Macht gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus vor. Die Bewegungsfreiheit der Bürger ist im ganzen Land eingeschränkt, nicht mehr nur in den am stärksten betroffenen Regionen im Norden. Reisen sind nur noch erlaubt, wenn sie beruflich, medizinisch oder durch einen Notfall begründet sind. Niemand weiß, wie lange diese Maßnahmen in Kraft bleiben werden, daher ist es unmöglich, eine ernsthafte Prognose des BIP für das gesamte Jahr zu erstellen. Ausgehend von der Annahme, dass die Maßnahmen Ende April aufgehoben werden, erwarten Volkswirte, dass sich die Produktion im Mai erholen und dann im Juni wieder steigen wird.