Im Jahr 2019 sind die deutschen Arbeitskosten stark gestiegen. Die Produktivität hingegen stagniert oder fällt sogar zurück. Das schränkt den Spielraum für Arbeitnehmer ein, in den Tarifverhandlungen mehr Lohn zu fordern.

Er gehört zu den hartnäckigsten Mythen der Wirtschaftswelt: Der schwache Euro hat der deutschen Industrie unvergleichliche Wettbewerbsvorteile beschert, dank des zu niedrigen Wechselkurses sind Produkte aus Deutschland konkurrenzlos billig. Doch ist das wirklich so? Eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln weist nun nach, dass die Wettbewerbsposition der hiesigen Industrieunternehmen trotz Euro keineswegs so rosig ist, wie manche glauben. In fast allen Ländern des Euro-Raums lassen sich Güter günstiger herstellen als in der Bundesrepublik: Ihre Lohnstückkosten liegen im Mittel 8 % niedriger als die deutschen. „Der Niveauvergleich signalisiert einen Kostenwettbewerbsnachteil für die deutsche Industrie“, schlussfolgert der IW-Ökonom in der detaillierten Untersuchung.