Die Börse schaut ja bekanntlich in die Zukunft. Und wenn die smarten Finanzmärkte recht haben, sieht es für Deutschlands industrielle und finanzielle Kraftzentren schlecht aus.

Es zeichnet sich ein Abstieg von Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen ab. Denn Firmen, die in diesen vier Bundesländern beheimatet sind, werden an ihre Anteilseigner in diesem Jahr höchstwahrscheinlich geringere Gewinnbeteiligungen ausschütten. In einem Bundesland beläuft sich der Dividendenrückgang auf mehr als € 2Milliarden. Das offenbart eine Studie der DekaBank, die WELT exklusiv vorliegt. Die Analysten haben die Ausschüttungen der 160 größten deutschen Börsenkonzerne detailliert ausgewertet und dabei die Firmen nicht nur nach Branchen, sondern auch nach Sitz sortiert. Und da deuten sich Verschiebungen an, die nicht für Sparer von Interesse sind, sondern auch für die Wirtschaftspolitik. Setzt sich der Trend fort, der auch durch andere Indikatoren bestätigt wird, könnte sich die ökonomische Hackordnung in Deutschland grundlegend verändern.