Immer wieder haben wir an dieser Stelle über Aristoteles geschrieben. Auf Wirtschaft adaptiert war und ist eine seiner Aussagen, das veränderte Strukturen (also Reformwirkungen) zu veränderten Konjunkturverläufen und dann zu Veränderungen der privaten und öffentlichen Einkommensströme führen. Schröders Reformwerk belegt das für Deutschland. Die erfolgreichen Reformwerke der europäischen Krisenländer von gestern belegen es.

Was hat Deutschland seit den Reformen Schröders gemacht? Hat man unser Wirtschaftsmodell weiter ertüchtigt oder hat man tendenziell konsumtive Ausgaben erhöht? Hat man investiv mit Weitblick gestaltet, beispielsweise im Rahmen einer Energiewende ohne Energienetz(!)? Wo war investive Bildungs- und Infrastrukturpolitik? Wo ist der IT-Airbus? Hat man außenpolitisch die Zeichen der Zeit erkannt (die Zukunft liegt im Osten) und frühzeitig auf einige wenige Berater gehört, die das Projekt Seidenstraße schon 2012 thematisiert, um Teilhabe zu gewährleisten und Standards mitzubestimmen oder gab es nur verächtliche Ignoranz für diesen Teil der Vordenker? Warum ist es in Berlin so still und in Paris erfrischend laut, wenn es um Europa geht? In Zeiten der Veränderung ist politische Lähmung kein gutes Rezept! Intellektuelle Paralyse führt zu Misserfolg!