Laut Europäischer Zentralbank dürften die Sparbuch-Erträge noch mindestens ein weiteres Jahr nahe Null bleiben. Deutschlands Anleger verlieren dadurch real nochmals einige Milliarden Euro. 

Mario Draghi und seine Nachfolgerin Christine Lagarde kommen Deutschlands Kapitalanlegern sehr, sehr teuer. Die für den Herbst in Aussicht gestellte Anhebung des EU-Leitzinses wurde auf „frühestens Sommer 2020“ verschoben, entschied die EZB jüngst. Damit verlängert sich die schon seit März 2016 andauernde „Nullzinspolitik“ in Europa. Und weil sich die normalen Banken in ihren Geschäften daran orientieren, gibt es auch am Sparbuch fast nichts. Kühles Kalkül hinter der fortdauernden „Enteignung“: Die Konjunktur schwächt sich derzeit spürbar ab, daher will man Kredite an Firmen, Häuselbauer usw. jetzt auf keinen Fall verteuern. Und kaum verholen geht es auch darum, dass sich die hochverschuldeten EU-Staaten weiterhin günstig finanzieren können. Der Effekt ist gewaltig. Noch 2008 konnte man bei seiner Hausbank für sein Geld bei einer Bindungsfrist bis zwei Jahre und vor Abzug der Kapitalertragsteuer im Schnitt knapp 3,5% Zinsen erhalten. Aktuell sind es gerade noch mikroskopische 0,10%. Und es kommt noch schlimmer: Erstens schneidet sich davon der Fiskus noch 25% Kapitalertragssteuer ab, und zweitens sorgt auch noch die Inflation dafür, dass der reale Wert des Ersparten ständig sinkt. Man kann somit für einen Euro Jahr für Jahr weniger kaufen, weil der Zinsertrag die Inflation nicht mehr ausgleicht. Fazit: Stellen wir uns darauf ein, dass die Anlage-Zinsen noch für sehr lange Zeit um und bei null Prozent stehen werden. Ruhige, solide und trotzdem interessante Kapitalanlagen auf Festzinsbasis sind sehr selten – aber es gibt sie.