Vor fünf Jahren, am 11. Juni 2014, führte die Europäische Zentralbank (EZB) einen Negativzins für Geld ein, das Banken bei ihr kurzfristig parken.

So etwas hatte es vorher nicht gegeben: Dass jemand keine Zinsen kassiert, wenn er einem anderen Geld leiht, sondern dafür zahlen muss. Die Banken waren entsetzt, viele hofften, es würde sich um ein Phänomen handeln, das schnell vorübergeht. Doch ein Ende ist auch nach fünf Jahren nicht in Sicht. Eine neue Studie zeigt nun, wie viel der Negativzins die Banken in Europa schon gekostet hat. Sie stammt von dem Finanzdienstleister Deposit Solutions, der dafür Daten von Bundesbank und EZB ausgewertet hat. Demnach haben die Banken bis 31. Mai dieses Jahres insgesamt € 21,4 Milliarden an Negativzinsen gezahlt. Die Summe ist Jahr für Jahr gestiegen, auch weil die EZB den Zinssatz schrittweise von zunächst minus 0,1 auf mittlerweile minus 0,4 % gesenkt hat. Im vergangenen Jahr überwiesen die Institute € 7,5 Milliarden an die Zentralbank. "2019 dürften sich die Zahlungen ebenfalls bei dieser Summe einpendeln", erwartet Tim Sievers, der Chef von Deposit Solutions.