Die EZB denkt darüber nach, die Strafzinsen für Europas Banken zu lockern, aber nicht abzuschaffen.

Gleichzeitig sagt sie die Zinswende ab. Eine Normalisierung der Geldpolitik lässt weiter auf sich warten. Die Diskussion zeigt einmal mehr, wie schwer sich die EZB mit einer Normalisierung der Geldpolitik tut. Eigentlich war damit gerechnet worden, die Negativzinsen für Banken würden in diesem Jahr ganz gestrichen. Dies hätte den Weg frei gemacht, auch die Leitzinsen wieder zu erhöhen. Jetzt geht es nur noch darum, wie die Belastungen für die Kreditinstitute abgemildert werden können. Eine Leitzinserhöhung in diesem Jahr ist völlig vom Tisch. Ursache ist die sich weiter abschwächende Konjunktur im Euroraum. Dadurch sank die Inflationsrate erneut auf nur noch 1,4 Prozent im März und ist damit noch weiter vom angestrebten Ziel von knapp zwei Prozent entfernt. EZB-Präsident Draghi betont zwar immer wieder, die Schwächephase sei nicht notwendigerweise ein Vorbote für einen ernsthaften Einbruch der Wirtschaft. Die Risiken seien aber wegen der weltweiten Unsicherheiten gewachsen.