Dienstag, 21.02.2012

Offshore Windkraftanlagen: Technische Schwierigkeiten verzögern den Anschluss ans Stromnetz!

Wie in meinem Block am 07.01.2012 berichtet verzögern technische Schwierigkeiten den Anschluss von Offshoreanlagen an das Stromnetz.

Wie damals berichtet könnte diese wenig bekannte aber sehr brisante Information den Bau von Offshore-Windkraftanlagen deutlich verzögern. 

Mittlerweile hat sich die Anzahl der genehmigten Windparks auf 25 verdreifacht. Weitere 55 Genehmigungen sind beantragt! Das Unternehmen TenneT wehrt sich jetzt gegen Vorwürfe aus der Energiebranche.

Bei TenneT handelt es sich um den ersten grenzüberschreitende Netzbetreiber für Strom in Europa. Die Firma, erfüllt sein gesetzlichen Auftrag und unternimmt sehr viel, um die Offshore Windparks in Deutschland ans Stromnetz anzuschließen. Die Firma gehört mit ca. 20.000 km Hoch- und Höchstspannungsleitungen, sowie 36 Millionen Kunden in den Niederlanden und in Deutschland zu den fünf größten Netzbetreiber in Europa. 

Doch jetzt treten genau die Schwierigkeiten mit dem anschließen der Windkraft-Offshoreanlagen an das deutsche Stromnetz ein, vor denen TenneT die Bundesregierung und die Energiekonzerne bereits gewarnt hatte. Die Folgen sind u.a., dass sich laut RWE der Anschluss des Windparks „Nordsee Ost“ um ein Jahr verzögert und der Windpark von E.ON  „Amrumbank West“ erst mit 15 Monaten Verspätung ans Netz gehen kann.

Gegen Vorwürfe aus der Energiebranche, dass TenneT sich wohl selbst über- und die Probleme unterschätzt hätten, wehrt sich das Unternehmen. Eine Sprecherin sagte: "Wir haben uns nicht überschätzt. Die Zahl der genehmigten Windparks habe sich auf 25 verdreifacht, 55 neue Genehmigungen stünden an. Das ist eine rasante Beschleunigung, die Rahmenbedingungen haben sich aber nicht mitentwickelt. Es seien immer mehr Parks parallel anzubinden, während Fachkräfte, Material und Zeit knapper würden." 

In Kenntnis dieser möglichen Schwierigkeiten hatte TenneT schließlich schon im November 2011 mit einem Brief an die Bundesregierung Alarm geschlagen und auf die drohenden Engpässe hingewiesen.

Im Sinne einer Energiewende wünscht man sich eine schnelle Lösung dieser Anschlussprobleme.

Autor: Marc Philipp Brandl

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