Freitag, 28.02.2014

Experten befürchten: Investitionen in Offshore-Windparks lohne nicht mehr, wenn Bundesenergieminister Sigmar Gabriel seine Pläne umsetzt.

Experten befürchten, dass Investoren, die beabsichtigen in Windparks auf hoher See zu investieren möglicherweise abspringen werden.

Hintergrund ist, dass Energieminister Sigmar Gabriel die Subventionen zurückfahren will. Grundsätzlich ist Subventionsabbau eine sinnvolle Sache. Schwierig wird es nur dann, wenn man durch den Subventionsabbau die Investitionsmodelle renditemäßig so unattraktiv macht, dass keine Investoren mehr vorhanden sind. Denn institutionelle Investoren Fokussierung in der Regel auf Renditen. Ist die Rendite zu gering, wenden Sie sich anderen Investments zu. Dazu sagte Prof. Marita Balks von der Hochschule für Technik und Wirtschaft aus Berlin: „Unter den gegebenen Kostenstrukturen führen die geplanten Kürzungen zu einem negativen Kapitalwert der Investitionen." Kein guter Ansatz einen institutionellen Investor für einen Offshore-Windpark zu gewinnen, mit der Folge, dass der Ausbau der Offshore-Windparks entweder deutlich langsamer fortschreiten wird als von der Bundesregierung geplant oder komplett zum Stillstand kommt. Sofern der Plan der Bundesregierung für den Ausbau der Offshore-Windpark eingehalten werden sollte, müssten innerhalb der nächsten 15 Jahre jedes Jahr zwei Windparks mit einer Leistung von 400 MW und einem Investitionsvolumen von etwa € 1,2 bis € 1,5 Milliarden ans Netz gehen. Bis dato erhalten die Betreiber über acht Jahre eine Vergütung von 0,19 € pro Kilowattstunde - danach fallend. Frau Prof. Balks sagt: Unter diesen Bedingungen ergeben sich Renditen von zehn bis zwölf Prozent für die Anteilseigner. Das wird angesichts der hohen Risiken von den Investoren auch erwartet.“ Die Idee von Gabriel ist nun die Vergütung um je einen Cent pro Kilowattstunde für die Jahre 2018 und 2019 abzusenken. Prof. Balks sieht das extrem kritisch und sie sagt: „In unserem Modell rechnet sich das nicht.“ 

Keine guten Aussichten für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie, zumal Investoren eine derartige Investition rein renditemäßig betrachten. Bei einem Kapitalbedarf von € 30 bis € 40 Milliarden bis Ende 2030 muss die Rendite schon äußerst attraktiv sein. Ansonsten dürfte es sehr schwer sein hierfür Investoren zu finden. Eine Absenkung der Vergütung, über das bekannte Maß hinaus, dürften die hehren Ziele der Politik zunichte machen.

Autor: Marc Philipp Brandl

 

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