Mittwoch, 16.01.2013

Wirtschaftswoche warnt vor Ölfonds von POC (Proven Oil Canada)

Die Wirtschaftswoche veröffentliche am Dienstag, 08.01.2013 einen Artikel zum Thema Ölfonds unter der Überschrift: "Schmierige Geschäfte mit kanadischem Öl".

Darin ging es unter anderem um die kanadische Conserve Oil, die mit Ihren Fonds des Berliner Emissionshaus „Proven Oil Canada“ (POC) um Anlegergelder deutscher Investoren wirbt. In dem Artikel berichtet die Wirtschaftswoche von dubiosen Geschäftspraktiken und deckt Spuren zum, Zitat, „Milliardenpleitier“ Dr. Jürgen Hanne auf. Dr. Jürgen Hanne ist einigen Anlegern vielleicht noch von seinen elf "Konzepta Petrol“- Beteiligungsangebote für Öl- und Gasquellen in den USA und Kanada bekannt, die er zwischen 1977 bis 1985 platzierte. Nach Angaben der Wirtschaftswoche investierten seinerzeit mehr als 3.000 Anleger ca. 220 Millionen Mark in diese Fonds. Mitte der Achtziger Jahre brach der Ölpreis ein und die meisten Fonds bescherten den Anlegern Verluste. In den bis Mitte 2012 laufenden Prozessen stellten die Finanzgerichte klar, dass die Fonds so unwirtschaftlich waren, dass von Beginn an keine Gewinne realistisch waren. Damit waren die Verluste noch nicht einmal steuerlich absetzbar. Die heutigen Fonds der POC schließen nach Angaben der Wirtschaftswoche an das Konzept der damaligen Konzepta-Fonds an und selbst die Prospekte erzeugen dabei ein Déjà vu.

Seit Mitte der achziger Jahre hatte sich Dr. Hanne bereits von der Konzepta zurückgezogen und startete einige Jahre später, 1991 mit Geschlossenen Immobilienfonds „Dr. Hanne Immobilienfonds“ ein Come-back. Zusammen mit Jürgen Hainzl, der nach Angaben der Wirtschaftswoche ein Vertrauter und Vertriebsmann war, wurden für ostdeutsche Hotels und Seniorenresidenzen ca. 1,5 Mrd. Mark am deutschen Kapitalmarkt eingeworben. Auch diese Fonds konnten Ihre Versprechen nicht erfüllen. Ab 1999 meldeten zahlreiche Gesellschaften Insolvenz an und die Justiz wurde aktiv. Im Jahr 2000 wurde Dr. Jürgen Hanne verhaftet und wegen zweifachen Betrugs sowie Betrugsversuchs zu eineinhalb Jahre auf Bewährung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft verdächtigte Dr. Jürgen Hanne, nur einen Teil seiner Straftaten gestanden zu haben und ermittelte weiter. Dr. Hanne setzte sich zu diesem Zeitpunkt nach Kanada ab. Die Frau von Jürgen Hainzl ist heute die Geschäftsführerin der deutschen Conserve-Oil-Töchter. Noch heute klagen Anleger gegen Dr. Jürgen Hanne. 

Bei dieser Vorgeschichte überrascht es nicht, dass die Hintermänner der unbekannten kanadischen Ölfirma auch auf Nachfrage ungenannt bleiben wollen. Statt dessen wird mit viel Material und großen Werbeauftritten um das Vertrauen der Anleger geworben. Bei Durchsicht des vorgelegten Materials hatte die Wirtschaftswoche jedoch erhebliche Bedenken und statt einer erbetenen Bilanz, wurde dem Blatt nur ein Ertragsüberblick der POC-Eins-Objektgesellschaft vorgelegt. Danach hat die kanadische Objektgesellschaft die gesamten Erträge an die deutsche Fondsgesellschaft ausgeschüttet. Damit bliebe nichts mehr zur Zahlung von Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Der dadurch entstehende Verlust verbraucht somit das Eigenkapital der Gesellschaft und kann am Ende in eine Insolvenz führen. Die Vorlage des testierten Jahresabschluss wurde der Wirtschaftswoche verweigert. Dafür wurden der Zeitschrift zum Beleg der Wirtschaftlichkeit der Conserve Oil ein Kontoauszug vorgelegt. Dieser umfasste aber lediglich die Buchungen von 2 Tagen und besaß damit keinerlei Aussagekraft. Auch weitere, der Wirtschaftswoche vorgelegten Belege hielten einer genaueren Untersuchung nicht stand.

Unabhängig von der vorher geschilderten Geschichte, bleibt es für mich nicht plausibel, wozu deutsches Anlegergeld benötigt wird, wenn in den USA und Kanada Ölgesellschaften existieren die über Milliarden Dollar Beträge verfügen und diese Exploration ohne Schwierigkeiten bezahlen können.

Quelle: Wirtschaftswoche - Eine Zusammenfassung
Autoren: Andreas Coppes und Marc Philipp Brandl