Die Finanzaufsicht Bafin hat der Raiffeisenbank Hochtaunus untersagt, neue Kredite zu vergeben. Das geht aus Berichten des "Handelsblatts" und "Finanzbusiness'" hervor.
Der Grund: Das Geldhaus mit Sitz in Bad Homburg agiert anders als viele Genossenschaftsbanken. Während diese sich typischerweise auf lokale Kunden und klassische Privatkundenkredite konzentrieren, hat die Raiffeisenbank Hochtaunus ihr Geschäft stark auf gewerbliche Immobilienkredite ausgeweitet – und das bundesweit. Auf Anfrage habe sich das Geldinstitut nicht konkret zu der Entscheidung der Bafin geäußert. Es verwies jedoch darauf, dass es bereits seit Mai 2024 keine neuen Kredite mehr vergeben habe, so das "Handelsblatt". Laut einer Stellungnahme der Bank sei dies Teil einer strategischen Neuausrichtung und nicht direkt auf eine Vorgabe der Bafin zurückzuführen. Die Finanzaufsicht selbst gibt ebenfalls keine weiteren Details zu der Entscheidung bekannt. Innerhalb des genossenschaftlichen Bankensektors gibt es seit Langem Skepsis gegenüber dem Geschäftsmodell der Raiffeisenbank Hochtaunus. Demnach bestanden im Jahr 2023 und 90 Prozent ihres Kreditportfolios aus gewerblichen Immobilienfinanzierungen. Während des Immobilienbooms war das ein lukratives Geschäft. Doch 2023 musste die Bank erhebliche Wertberichtigungen vornehmen, die sich negativ auf den Gewinn auswirkten. Das beunruhigte andere Banken, da der gesamte Genossenschaftssektor die Raiffeisenbank Hochtaunus im Falle von Problemen auffangen müsste, so der Bericht.