Darf ein Konzern, der Millionen-Subventionen aus der Gaspreisbremse bezieht, Boni an seine Vorstände und Dividenden an seine Mitarbeiter zahlen? Die Industrie sagt: Auf jeden Fall und hat dafür gute Argumente. Die Grünen sagen: Eher nicht und ihre Argumente sind auch nicht schlecht.

Es ist ein politischer Versuchsballon, aber einer, der es in sich hat: Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat angedeutet, dass Unternehmen, die die geplante Hilfe beim Gaspreis in Anspruch nehmen, auf die Ausschüttung von Dividenden und die Zahlung von Mitarbeiter-Boni verzichten sollen. Für ein solches Verbot sprechen sich inzwischen auch andere Politiker und Ökonomen aus. Die Arbeitsgruppe aus Experten und Parteienvertretern, die die Gaspreisbremse auf den Weg bringt, ist sogar der Meinung: Es müsse gesetzlich gesichert werden, dass Unternehmen „keine Dividenden, Boni, Sonderzahlungen in Form von Aktienpaketen oder andere gesonderte Vergütungen“ ausgeben dürfen, solange sie die Gaspreishilfen in Anspruch nehmen. Auf den Weg bringen müsste ein solches Dividendenverbot die Bundesregierung. Dort wird allerdings derzeit mit Interesse darauf geschaut, wie öffentlich über das Thema gestritten wird.

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