Die geschäftsführende Regierung Bulgariens bemüht sich um Gaslieferungen von Gazprom, nachdem die Vorgängerregierung den bis Ende 2022 laufenden Vertrag durch Ablehnung von Rubelzahlungen zum Erliegen brachte.

Japans größter Gasversorger Tokyo Gas Co. unterzeichnete langfristige LNG-Verträge (Sakhalin-2) mit Russland. Die Phalanx der Sanktionswilligen bröckelt. Es war nie eine globale Phalanx, da sich außerhalb des Westens kaum ein Land zu dieser sich selbst gefährdenden Politik an der Seite der USA verpflichten lassen wollte. Nun bröckelt also auch die westliche Phalanx erkennbar. Das erstaunt nicht. Russland ist in der globalen Versorgung einfach nicht oder nur sehr schwer zu ersetzen. Die Sanktionspolitik in der Form, wie sie durchgeführt wurde, stellte und stellt weiterhin eine Ignoranz gegenüber der „normativen Kraft des Faktischen“ dar. Diese Ignoranz, die nahezu ideologische Charaktermerkmale aufweist (Ideologie muss nicht nur „rot“ oder „braun“ sein), ist die Grundlage für den Preis, den europäische Unternehmen und Bürger zu zahlen haben. Bulgarien und Japan scheinen sich Realitäten stellen zu wollen. Sie scheinen zu erkennen, dass sie ein Mandat für und nicht gegen ihre Unternehmen und Bürger haben.

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