Die Finanzen El Salvadors rauschen gerade in immer weitere Tiefen. Experten warnen, dass dem Land bald der Bankrott bevorstehen könnte. Schon lange ist es nicht gerade rosig um die Staatsfinanzen bestellt: eine ausgabenfreudige Regierung, dazu die Pandemie.

Dazu aber kommt noch ein weiterer, vollkommen unkalkulierbarer Punkt: der Bitcoin, der Wert der Kryptowährung – und zuletzt vor allem ihr Wertverlust. Seit November fällt der Kurs des Bitcoin. Für Anleger ist das ärgerlich, für El Salvador ein riesiges Problem. Denn vergangenen Juni hatte Präsident Bukele die Kryptowährung zum legalen Zahlungsmittel erklärt. Jeder, der will, kann heute in der Theorie Waren und Dienstleistungen mit der virtuellen Währung bezahlen, die Rechnung vom Arzt genauso wie den Supermarkteinkauf oder Steuern. Das ist weitgehend einzigartig auf der Welt. Mit dem Bitcoin wollte die Regierung auch Anleger dazu bringen, Gelder in einen neuen Staatsfonds zu investieren, rund eine Milliarde Dollar war geplant. Umso härter traf es das Land, als Anfang Mai der Bitcoin regelrecht abstürzte: In nur wenigen Tagen verlor er fast ein Viertel seines Wertes. El Salvador hat durch die Kursverluste schon Millionen verloren, schätzen Experten. Kritik gab es aber auch schon damals: Der Internationale Währungsfonds warnte vor "erheblichen Risiken". Als dann der Kurs des Bitcoin Ende letzten Jahres zu fallen begann und Bukele gleichzeitig immer autoritärer regierte, begannen Ratingagenturen, die Kreditwürdigkeit herunterzustufen. Es wird so immer schwerer für das Land, im Ausland an Geld zu kommen. Gleichzeitig kann es dieses auch nicht selber drucken: Seit vor rund 20 Jahren der Dollar als offizielles Zahlungsmittel eingeführt wurde, gibt es keine eigene Landeswährung mehr in El Salvador.

Marktinformationen-Archiv