Das in den Niederlanden zum Klimaschutz eingeführte Tempolimit 100 auf Autobahnen bringt nach einem Gerichtsurteil doch nicht so viele Vorteile für die Umwelt, wie zunächst kalkuliert.

Dadurch werden schon erteilte Baugenehmigungen für über 33 000 Wohnungen möglicherweise hinfällig, wie die Zeitung "De Volkskrant" Tage berichtete. Mit dem Tempolimit nämlich wollte die Regierung den verkehrsbedingten Ausstoß von Stickoxiden reduzieren, um im Gegenzug weitere Wohngebiete bauen zu können, die ihrerseits eine Stickoxid-Belastung darstellen. Dieser Ausgleich ist nun aber hinfällig, wie aus einem Urteil des Gerichts in Haarlem hervorgeht. Untersuchungen im Auftrag des Umweltministeriums ergaben, dass die vor zwei Jahren eingeführte Temposenkung auf niederländischen Autobahnen von 130 oder 120 auf 100 Kilometer pro Stunde das Verkehrsverhalten verändert hat. Weil sie auf der Autobahn nicht mehr flott vorwärtskommen, entscheiden Autofahrer sich häufiger für die Fahrt über Landstraßen, die teils an sensiblen Naturschutzgebieten liegen. Diese Zusatzbelastung der Naturgebiete hätten die Niederlande an anderer Stelle kompensieren müssen, um EU-Grenzwerte für den Ausstoß von Stickoxid einzuhalten. Da dies nicht erfolgte, stehen die Baugenehmigungen für 134 Neubaugebiete im Land in Frage.

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