Wäre es nach Frank Schnabel gegangen, dann wäre die Wiese nahe dem Hafen von Brunsbüttel längst bebaut.

Dann sähe er durch das Fenster rechts von seinem Schreibtisch womöglich eines der über 300 Meter langen Schiffe mit den kugelförmigen Tanks, in denen Flüssiggas über die Weltmeere transportiert wird. Dann wäre Deutschland schon unabhängiger von russischem Gas. Doch von der Anlegestelle im Wasser und den Gastanks an Land, auf die der Hafenchef seit Jahren dringt, ist noch nichts zu sehen. Auf der Wiese mitten im Industriegebiet wächst weiter das Gras und im Hafen liegt ein Schiff, das zwar Gas für den eigenen Antrieb transportiert, aber Rohöl umschlägt. Anders gesagt: Deutschland wird noch auf Jahre hinaus nicht die Kapazitäten haben, um umweltschädliches und teureres Fracking-Gas aus den USA zu importieren. Vielleicht wäre es doch sinnvoller, sprich ökonomischer und ökologischer, sich für eine baldige Waffenruhe in der Ukraine einzusetzen.

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