Am Markt macht sich zunehmend die Sorge vor Zinserhöhungen breit. Denn wenn die Inflation auf 5 % steigt, so die Theorie, müssten die Notenbanken sich schneller als geplant von den Nullzinsen verabschieden. Doch hierbei handelt es sich lediglich um eine theoretische Überlegung.

Die Notenbanken können es sich gar nicht erlauben, die Leitzinsen nennenswert ansteigen zu lassen. Ein kleiner Zinsschritt ist denkbar, er wäre jedoch nichts weiter als Symbolpolitik. Es bleiben die hohe Inflation und das niedrige Zinsniveau – und damit ein Anlagenotstand, wie wir ihn lange nicht mehr hatten. Wenn die Inflation mehr als nur ein „vorübergehendes Phänomen“ ist – auch wenn die Notenbanken nicht müde werden, genau dies zu behaupten – und die Zinsen weiterhin auf dem Nullpunkt bleiben, werden sich langfristig orientierte Anleger nach Alternativen umsehen. Sie werden ihr Geld vom Sparbuch holen und vor den rekordhohen Preisen an der Börse und dem Immobilienmarkt zurückschrecken und sowieso einen großen Bogen um Anleihen machen. Es bleiben dann nur noch wenige Anlagemöglichkeiten übrig.

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