Unter dem Strich stand ein Minus von € 323,6 Millionen, wie die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur mitteilte. Ein Jahr zuvor waren es € 470,4 Millionen gewesen, 2018 musste der mit Steuergeldern finanzierte Fonds sogar gut € 1,51 Milliarden Miese verbuchen. Belastet werden die Ergebnisse seit Jahren vom relativ schwachen Kurs der Commerzbank -Aktie.

Der Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS) hält im Auftrag des Bundes 15,6 % der Anteile des Frankfurter MDax -Konzerns. Der deutsche Staat hatte die Commerzbank in der Finanzkrise 2008/2009 mit Steuermilliarden vor dem Kollaps bewahrt und ist seither größter Einzelaktionär des Instituts. Neben den Commerzbank-Papieren verwaltet der Fonds Anteile an dem in der Finanzkrise verstaatlichten Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) sowie der WestLB-Nachfolgerin Portigon. Eine erstmals gebildete Rückstellung im Zusammenhang mit Portigon machte sich den Angaben zufolge im Jahresabschluss 2020 bemerkbar. Der Rettungsfonds - auch unter der Kurzbezeichnung Soffin bekannt - war im Herbst 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise aufgelegt worden. Seit seiner Gründung häufte der Fonds nach aktuellen Angaben € 23,3 Milliarden Verlust an. Wie viel davon am Ende beim Steuerzahler hängen bleibt, wird sich erst beziffern lassen, wenn der Fonds aufgelöst wird. Ein entscheidender Faktor dürfte sein, zu welchem Preis der Staat seine Commerzbank-Anteile verkaufen kann.

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