Die Renditen europäischer Staatsanleihen steigen. Der Zinsanstieg kommt auf Sparbüchern und Tagesgeldkonten jedoch nicht an. Verlieren Sparer zweimal?

Es sind mittlerweile unvorstellbare Summen: Die Gesamtverschuldung in der Euro-Zone knackt gerade die € 10 Billionen Marke. Dies entspricht einer Schuldenquote von knapp 80 %. Allein die notenbankfinanzierten Schulden des Corona-Notkaufprogramms (PEPP) haben mittlerweile ein Volumen von € 1,85 Billionen erreicht. Dass sich Staaten zuletzt praktisch zinsfrei verschulden konnten, bedeutet freilich nicht, dass diese Forderungen nicht irgendwann zurückgeführt werden müssen. Je höher die Verschuldung, desto gefährlicher sind daher steigende Zinsen, mit denen die Gesamtlast ständig anwächst. 10-jährige deutsche Staatsanleihen sind in der Spitze zuletzt um fast ein halbes Prozent gestiegen. Den Währungshütern - nicht nur in Europa, sondern weltweit – ist also daran gelegen, die Zinsen niedrig und damit die Finanzierung für Unternehmen und Staaten günstig zu halten. Dafür will die EZB die wöchentlichen Käufe des PEPP-Programms im laufenden zweiten Quartal sogar nochmals anheben. Dies sei im Interesse aller, da wir jetzt an einen Punkt kommen, an dem weiter steigende Renditen zur Gefahr für die wirtschaftliche Erholung und die Staatshaushalte werden.

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