In einer Erklärung nach einem Treffen von US-Außenminister Blinken und dem EU-Außenvertreter Borrell hieß es, man stimme überein, dass die Beziehungen zu China vielfältig seien. Sie bestünde aus Elementen der Zusammenarbeit, des Wettbewerbs und der systemischen Rivalität.

Diese Äußerung ist konziliant. Peking sollte sich jedoch nichts vormachen. Der Westen wird weiter an vielen "Brettern" mit Narrativen und anderen Mitteln bohren, sei es Nepal, seien es die Uiguren, sei es Hongkong oder Taiwan. China ist von den USA als Feind klassifiziert. Der Schulterschluss mit der EU vereinnahmt die EU in dem Interesse der USA. Weiß die EU, was sie tut? Russland ist aus Sicht der USA, des UK und der EU Feindesland, weil es einen eigenen Weg gehen will nach den katastrophalen Erfahrungen der 90er Jahre mit dem westlichen Modell (Chaos, Hungertod, westliche Selbstbedienung an Russland, westliche Arroganz). Auch nimmt man Russland übel, dass der Wortbruch des Westens bezüglich der Nicht-Erweiterung der Nato (heute an Grenzen Russlands), ohne sich mit Russland abzustimmen, nicht einfach stillschweigend hingenommen wurde (Krim ist Reaktion nach westlicher Aktion!). Nein, aus Sichtweise der USA und leider auch der EU ist Russland der Aggressor, weil Russland sich einfach nicht unterwirft (und ausplündern lässt, wie in den 90er Jahren). Russland hat eine starke kulturelle Verwurzelung und Identifikation. Das ist Ausdruck von innerer Stärke. Was hat der Westen? Ist der Westen fähig zu Selbstkritik? Bräuchte es heute nicht Außenpolitiker der Qualität Bismarcks?

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