Im Rahmen ihres „Pepp“ getauften Pandemie-Programms erwarben die Währungshüter allein vergangene Woche netto Staatsbonds und andere Wertpapiere im Volumen von € 14,0 Milliarden nach € 11,9 Milliarden die Woche zuvor.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte auf ihrer letzten Sitzung beschlossen, die Geschwindigkeit ihrer Pepp-Käufe deutlich zu erhöhen. Die Daten zeigen, dass die Euro-Wächter schon vor der Sitzung damit begannen. Wie stark die Anhebung letztlich ausfallen wird, dürfte in den nächsten Wochen noch klarer werden. Das Pepp-Programm hat einen Netto-Kaufrahmen von € 1,85 Billionen. Davon sind zur Zeit noch rund € 1 Billion ungenutzt. Steigende Renditen bei den richtungsweisenden zehnjährigen Staatsanleihen der Euro-Länder hatten bei der EZB Befürchtungen ausgelöst, die Finanzierungskosten könnten in der Folge für Staaten, Unternehmen und Haushalte steigen. Denn Banken orientieren sich an diesen Marktzinsen bei der Festlegung von Kreditkonditionen. Eine Verschärfung der Finanzierungsbedingungen käme aber mitten in der Pandemie für die Euro-Wächter zur Unzeit.

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