Wer vor dreißig Jahren eine Million Mark auf der hohen Kante hatte, hatte einigermaßen ausgesorgt. Bei einer angenommenen Verzinsung um 6 % betrug das Monatseinkommen damit 5.000 Mark (vor Steuern und Inflation).

Mit solch einem Einkommen konnte man damals zwar nicht täglich Jahrgangschampagner zum Frühstück kredenzen, aber anständig leben. Man hatte sein Auskommen, konnte ein Auto unterhalten, in Urlaub fahren, ab und an prassen. Wer heute eine Million Euro (also fast das Doppelte) auf der hohen Kante hat, muss sich mit einer anderen Lebenswirklichkeit arrangieren. Wenn er Glück hat und ein Tagesgeldkonto zu 0,001 % nutzen kann, erhält er für sein Euro-Milliönchen zu Silvester zehn Euro an Zinsen. Fürs ganze Jahr. Und natürlich ebenfalls vor Kapitalertragsteuern, Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls Kirchensteuer und Inflation (aktuell 1,4  %). Die schwäbischste aller Hausfrauen dürfte gefordert sein, ihre Lieben damit ein Jahr lang durchzubringen.