Es sind gigantische Beträge, die sich der Bund am Markt beschaffen will: mehr als € 400 Milliarden. Das ist fast doppelt so viel wie vor der Pandemie geplant. Mit der Rekordsumme sollen massive Steuerausfälle ausgeglichen werden.

Aber auch für "grüne Investitionen" sollen Anleger gewonnen werden. Der Bund muss sich wegen der Corona-Krise in diesem Jahr so viel Geld von Investoren leihen wie noch nie. Insgesamt will er sich rund € 407 Milliarden am Finanzmarkt holen, wie die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur mitteilte. Ende 2019 - also vor Ausbruch der Pandemie - waren maximal € 218 Milliarden angepeilt worden. "Es ist ein nie dagewesenes Emissionsvolumen aufgrund der außergewöhnlichen Umstände", sagte Finanzagentur-Geschäftsführer Tammo Diemer. Allein im bevorstehenden vierten Quartal will der Bund € 50,5 Milliarden mit der Ausgabe von Wertpapieren auftreiben - sechs Milliarden mehr als ursprünglich veranschlagt. Hinzu kommen noch etwa € 1,5 Milliarden an inflationsgekoppelten Bonds. Die Corona-Rezession hat sämtliche Finanzplanungen des Bundes über den Haufen geworfen. Sie sorgt für enorme Steuerausfälle. Zugleich gibt die Regierung viel Geld aus, um die wirtschaftlichen Folgen der Krise abzumildern. Mit den Emissionen soll die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen werden. Zugleich müssen auch noch € 248 Milliarden Altschulden getilgt werden.