Die massiven Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) haben die Märkte in der Coronakrise beruhigt. Wenn der Rat der Europäischen Zentralbank das nächste Mal zusammentrifft, wird er deshalb wohl keine weiteren Änderungen der geldpolitischen Ausrichtung beschließen.

Das deutete EZB-Chefin Christine Lagarde in einem Interview mit der „Financial Times“ an. Die Maßnahmen, die nach der Pandemie eingeleitet wurden, hätten ihre Effizienz und Wirksamkeit unter Beweis gestellt, sagte Lagarde. „Wir haben so viel getan, dass wir ziemlich viel Zeit haben, um die Wirtschaftsdaten sorgfältig zu bewerten.“ Die EZB hatte angesichts einer drohenden Rekord-Rezession in der Euro-Zone ihr „Pandemic Emergency Purchase Programme“ (PEPP) Anfang Juni nahezu verdoppelt: von € 750 Milliarden auf € 1,35 Billionen. Lagardes Äußerung legt nahe, dass die Notenbank nun zunächst die weitere Entwicklung abwarten wird, nachdem die Wirtschaft jüngst Anzeichen einer Erholung zeigte. Zwar erwarten EZB und EU-Kommission, dass die Wirtschaft der Euro-Zone dieses Jahr um 8,7 % einbrechen wird, in der zweiten Jahreshälfte dürfte sie sich aber erholen. Der Einkaufsmanager-Index des Instituts IHS Markit für die Euro-Zone stieg im Juni von 31,9 Punkten auf 48,5 Zähler. Damit näherte er sich der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.