Beim Thema Wasserstoff gehen die Meinungen stark auseinander. Für manche ist es die Energiequelle der Zukunft, andere üben harte Kritik an der Technologie.

Elon Musk nennt Wasserstoff-Brennstoffzellen “fool cells” und Wasserstoff-betriebene Autos “incredibly dumb”. Yoshikazu Tanaka, der Chefingenieur des Toyota Mirai (dem ersten Wasserstoffauto in Serie) gibt ihm sogar recht und sagt, es sei besser, ein Elektroauto direkt an der Steckdose aufzuladen. Er ergänzt jedoch, dass Wasserstoff eine zukunftsfähige Alternative zu Benzin sei. Herbert Diess wiederum sieht Wasserstoffautos ebenfalls als Unsinn, da die Herstellung von Wasserstoff entweder nicht CO2-frei oder extrem ineffizient sei. In der Politik wiederum findet Wasserstoff einige Befürworter. Von den € 50 Milliarden, die die Bundesregierung im Rahmen des Zukunftspakets in neue Technologien investieren will, soll ein Teil auch in Wasserstoff fließen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ist der Ansicht, dass Wasserstoff als Kraftstoff in Verbindung mit Brennstoffzellen die Mobilität umkrempeln könne. Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek sieht Wasserstoff als Energieträger der Zukunft, das Forschungsetat für grünen Wasserstoff soll um € 300 Millionen aus dem Klimafonds aufgestockt werden. Doch wie zukunftsfähig ist Wasserstoff wirklich? Handelt es sich dabei um eine Zukunfts- oder doch eher um eine Brückentechnologie? Wasserstoff wird oft in einem Atemzug mit Wind- und Sonnenenergie genannt, dabei handelt es sich anders als Wind- und Sonnenenergie nicht um eine Energiequelle, sondern um einen Sekundärenergieträger, der zunächst hergestellt werden muss.