Die Corona-Krise hat die Renditen deutscher Anleihen noch tiefer ins Minus gedrückt. Sparer zahlen also drauf, wenn sie die als sicher geltenden Titel kaufen.

Italien hat seinen Bürgern unterdessen ein großzügiges Zinsgeschenk gemacht. Denn die „Patrioten“-Bonds rentieren sich wirklich. Diese Nachricht dürfte deutsche Sparer wenig freuen: Ausgerechnet in Italien kommen Anleger in den Genuss echter Zinsen. Das Land hat kürzlich Anleihen ausgegeben, die unter Investmentprofis als „Patrioten“-Bonds bekannt sind: Nur Großinvestoren und italienische Kleinanleger durften diese Papiere kaufen. Die Auktion spülte dem italienischen Staat dabei € 22,3 Milliarden in die Kassen, so viel wie nie zuvor bei einer solchen Emission. Dabei griffen besonders die privaten Sparer des Landes zu den Papieren. Während sich institutionelle Investoren Bonds für € 8,3 Milliarden sicherten, investierten Sparer ganze € 14 Milliarden Euro, wie unter anderem die „Financial Times“ berichtete. Das Besondere an den Papieren: Sie rentieren ordentlich – egal, wie stark die Inflation ist. Der jährliche Kupon des Bonds liegt bei realen 1,4 %. Würde die Inflation auf 5 % steigen, würde die Anleihe also 6,4 % abwerfen. Zum Vergleich: Bundesobligationen mit vergleichbarer Laufzeit haben größtenteils Null-Prozent-Kupons, rechnet man dann noch die derzeitige Inflation von minus 0,9 % per annum ein, bleibt genau das als jährlicher Kaufkraftverlust. Auch Bundesanleihen mit längerer Laufzeit rentieren im Vergleich mit den italienischen Bonds miserabel. Derzeit beträgt die Umlaufrendite – noch ohne Inflation! – zehnjähriger Bundesanleihen bei minus 0,4 %. Hier verlieren Anleger also sogar ohne den Preisauftrieb an Kapital.