Viele Banken in Deutschland zahlen keine Zinsen mehr auf Tagesgeld- und Festgeldkonten. Das hat das Vergleichsportal Verivox aktuell ausgewertet.

Von insgesamt 825 Tagesgeldkonten gebe es bei 525 Produkten von Banken und Sparkassen keine Zinsen. Demnach zahlen 190 Finanzinstitute nur symbolische Zinsen von bis zu 0,01 %. Vor allem Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken bieten häufig keine Zinsen. Bei manchen Banken müssen Anleger sogar draufzahlen, mit einem Negativzins. Lange Zeit wurden Negativzinsen vor allem auf sehr hohe Guthaben ab € 100.000 und mehr erhoben. Inzwischen sind Branchenkennern zufolge aber teilweise auch Sparer mit geringeren Anlagesummen betroffen. Hauptgrund für die historisch niedrigen Zinsen ist die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Um die Eurozone zu stützen und durch ein umfassendes Anleiheprogramm insbesondere hochverschuldete Eurostaaten zu finanzieren, pumpt sie seit der Corona-Krise massiv Geld in den Markt. Aufgrund der aktuellen Notenbankpolitik dürften die Leitzinsen noch sehr lange bei „Null“ stehen bleiben. Diese Politik soll es Banken und Unternehmen erleichtern, an billige Kredite zu kommen und zu investieren.