Der Glaube an den Staat erlebt eine unglaubliche Renaissance: der Glaube an das Kollektiv, der Glaube, dass der Sozialstaat unendlich ausgeweitet werden kann.

Wenn der Staat sich wie ein ehrbarer Kaufmann verhalten würde, dann müsste er für die Leistungsversprechen, die er macht, also für die regelmäßige monatliche Pensionszahlung ab dem 66. Lebensjahr Rückstellungen bilden. Dazu sind Privatunternehmen gesetzlich verpflichtet, wenn sie betriebliche Altersvorsorgezusagen machen. Diese Rückstellungen fehlen allerdings, weil der Staat keine Rückstellungen bildet. Regeln, die der Staat für die Privatwirtschaft verbindlich aufstellt, lässt er nicht für sich gelten. Fazit: Die Staatsrenaissance wird noch seltsame Blüten treiben. Sie basiert auf Nominal- statt auf Realwerten. Damit mündet sie in eine Schuldenwirtschaft, wie wir sie noch nie erlebt haben. Ein Zurück wäre nur möglich, falls es zu einem neuen Aufbruch käme, getragen von Unternehmern statt vom Staat. Doch die wahren Unternehmer - nicht die Chefs der Konzerne - sind gerade damit beschäftigt, Kurzarbeit anzuordnen, zig Formulare auszufüllen und Pleiten zu verhindern. Möge ihnen wenigstens das gelingen

(Manfred Gburek)