Der Wirtschaftseinbruch durch das Coronavirus ist noch keine Bankenkrise, und dennoch schürt Corona die Sorgen um die Geldhäuser.

Die Gründe dafür sind vielschichtig: Schlittert die Wirtschaft durch das Coronavirus in eine Rezession, werden Banken zwangsläufig mehr Probleme mit faulen Krediten bekommen. Die Risikovorsorge wird steigen, die Gewinne und die Bilanzen der Banken dadurch schwächer. In den Bankbilanzen schwelen aber noch ganz andere Gefahrenherde, deren Ausmaß von außen betrachtet schwer abzusehen ist. Die Rede ist von den sogenannten Level 2- und vor allem Level 3 Assets, die der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge zu hunderten Milliarden in den Bankbilanzen schlummern. Schon im Nachgang der Finanzkrise vor gut zehn Jahren haben diese Bilanzposten den Argwohn der Märkte geweckt. Das Problem: Diese Assets sind schwer zu bewerten, da sie im Gegensatz zu Level 1 Assets (beispielsweise Aktien und Anleihen) über keinen aktiven und liquiden Markt verfügen, der Hinweise für ihren fairen Wert liefert. Die Bewertung von Level 2 Assets erfolgt anhand von Referenzwerten ähnlicher Finanzinstrumente, die an einem aktiven Markt gehandelt werden. Level 2 Assets sind zum Beispiel viele außerbörsliche Derivate und illiquide Eigenkapitalinstrumente. Bei Level 3 Assets gibt es überhaupt keine Verbindung zu öffentlich zugänglichen aktiven Märkten mehr. Deren Fair-Value-Bestimmung basiert auf bankinternen Modellen und Techniken, die von Wirtschaftsprüfern freigegeben werden. Beispiele für Level 3 Assets sind bestimmte Zins-Swaps oder spezielle Kreditrahmen für Infrastrukturprojekte in Schwellenländern.