„Die Regierung gibt ihre Macht an Experten ohne demokratische Legitimierung ab; wir erleben immer schärfere Maßnahmen, deren Wirksamkeit wir nicht kennen; wir sind dabei, Europas Wirtschaft in Schutt und Asche zu legen“.

"Die Regierung hat ihre Maßnahmen gegen das Coronavirus in den vergangenen Wochen immer weiter verschärft – und anscheinend finden 95 % der Bürger das gut. Ich gehöre zu den anderen fünf Prozent. Ich sage das nicht aus Leichtsinn. Ich bin 61 Jahre alt und wurde vor knapp zwei Wochen positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Mein bester Freund kämpft auf einer Kölner Intensivstation um sein Leben. Trotzdem: Ich halte es nicht für demokratisch legitimiert, von Experten regiert zu werden. Zu jeder Aussage eines Horrorszenarien verbreitenden Experten gibt es mittlerweile genau gegensätzliche Aussagen, die sich ebenso kompetent anhören. Es ist für den Laien sehr schwierig, sich ein differenziertes Bild zu machen. Was ich allerdings beurteilen kann: Europas Wirtschaft liegt in Trümmern. Meine Brüder und ich führen in zweiter Generation ein Familienunternehmen mit mehreren Tausend Mitarbeitern, dessen Geschäftsmodell in seinem 62. Jahr von besagten Experten und den ihnen hörigen Politikern in Schutt und Asche gelegt wurde. In Deutschland zahlt kaum noch jemand seine Rechnungen, sicher nicht aus Boshaftigkeit, sondern aus Mangel an Einnahmen. Die „Hilfsmaßnahmen“ erreichen den Mittelstand nicht. Ein KfW-Kredit ist mit nicht erfüllbaren Formalien verbunden, die „Bazooka“ ist lächerlich, weil sie nicht geladen werden kann. Und warum soll ich mich jetzt verschulden? Wofür? Wer heute einer Bank seinen Geschäftsplan vorlegen soll, kann die wesentliche Komponente nicht abschätzen. Die Zeit. Niemand kann planen, wenn er nicht weiß, wann er sein Geschäft wieder aufnehmen kann. Mir ist klar, dass ein Menschenleben keiner materiellen Bewertung unterliegen darf. Trotzdem ist das derzeitige Vorgehen der Regierenden nicht die richtige Lösung, der angerichtete Schaden übertrifft den erreichten Nutzen. Das derzeitige Handlungskonzept muss individualisiert und unser Gesundheitssystem bedarfsgerecht ausgebaut werden. Jetzt sofort." Jörg Lindner, geschäftsführender Gesellschafter, Lindner Unternehmensgruppe