Nach etwa 43 Jahren, in denen P & R mit ihrem Container Investmentmodell keine einzige Zahlung an die Anleger ausließ, platzte im März 2018 die Bombe.

Das Unternehmen stellte Insolvenzantrag. Über die Gründe hierfür kann ich derzeit nur spekulieren. Ich vermute jedoch, dass es zwei wesentliche Gründe gewesen sein können, die das Unternehmen wirtschaftlich so schädigten, dass dieser Insolvenzantrag gestellt werden musste.

1. Das Geschäftsmodell, das Anleger Container kaufen und an P & R zurück vermieten, kann dazu geführt haben, dass die Mieteinnahmen der Anleger höher waren als die Einnahmen am Weltmarkt. In der Presse geistern Zahlen umher, dass das Unternehmen dadurch einen Verlust in Höhe von ca. € 150 Millionen pro Jahr innerhalb der letzten drei Jahre hinnehmen musste.

2. Nach dem Rekordjahr 2013, mit einem Umsatz (eingeworbenes Kapital) von € 1.012 Milliarden, wurden die Eingabezahlen in den folgenden Jahren (nach Presseberichten) immer schwächer. Im Schnitt dürften wohl in den Folgejahren bis einschließlich 2017 jedes Jahr rund € 500 Millionen eingeworben worden sein. Die Investments laufen in der Regel ca. fünf Jahre, sodass der Rekordumsatz aus dem Jahr 2013 im Jahr 2018 zur Verlängerung anstehen müsste. Meiner Meinung nach, liegen die kalkulierten Verkaufspreise des Unternehmens für die Container deutlich über den aktuellen Weltmarktpreisen. Ich denke, dass dieses Problem in der Vergangenheit dadurch gelöst wurde, dass neue Anleger, den alten Anlegern die Container abkauften. Es dürfte jedoch bei einem Volumen von € 1,012 Milliarden sehr schwierig sein, hierfür Anleger mit neuem Kapital zu finden.

3. Im Januar 2017 entstand dann aus der P&R Transportsysteme Fonds Verwaltungs-GmbH die eigenständige P&R Transport-Container GmbH. Sie übernahm zusammen mit den Funktionspartnern, der P&R AG und der P&R Equipment & Finance Corp (mit Sitz in der Schweiz!) die Vertriebs- und Verwaltungstätigkeiten der P&R Containerinvestments. Über die Gründe, weshalb eines der Unternehmen seinen Sitz in der Schweiz hat, kann man nur spekulieren. Fakt ist, dass ein Zugriff auf ein Unternehmen in der Schweiz im Falle einer Insolvenz sicherlich schwerer ist als in Deutschland.

In der Summe kann man feststellen, dass das Unternehmen für einen Außenstehenden, wie mich, derart intransparent ist, dass wohl kaum jemand heute abschätzen kann, wie viel des investierten Anlegerkapitals noch zur Verfügung steht. Aus den genannten Gründen wird ein Zugriff auf das Vermögen des Unternehmens, besonders auf im Ausland liegenden Vermögensteilen (Schweiz), ausgesprochen schwierig werden.

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