Montag, 13.05. 2013

Secondhandmarkt für Flugzeuge -  hier kaufen Initiatoren gebrauchte Maschinen günstig ein.

In der Presse wird der A319 mit dem VW Golf verglichen. Das ist schon richtig, denn es gibt schon Parallelen.

Beide sind die erfolgreichsten Serienmodelle ihrer Konzerne. Die A320-Familie, zu denen der A319 als kürzeres Modell gehört, ist mit Sicherheit der Verkaufsschlager von Airbus und stammen zudem noch aus der gleichen Ära wie der Golf. Zugegebenermaßen war der erste Golf zehn Jahre zuvor auf den Straßen zu sehen, bevor der aller erste Airbus dieser A320-Familie abhob. Derzeit fliegen 1.360 Flugzeuge des zweitkleinsten Flugzeuges dieser Familie. Das Konzept des Flugzeuges ist derart erfolgreich, dass weitere 1.521 Maschinen des A319 bestellt sind. 104 Fluggesellschaften setzen diesen Aribus ein. Erleichternd kommt hinzu, dass ein Cockpit bei Airbus dem anderen gleicht, und man dadurch die Piloten flexibler einsetzen kann, was unter anderem die Kosten für die Flotte relativ klein hält. 

Auch für einen Anleger ist es von Vorteil in ein Flugzeug investiert zu haben, das weltweit von vielen Fluggesellschaften nachgefragt wird. Nach Auslaufen des Leasingvertrages oder bei Schwierigkeiten des Leasingnehmers kann man sicher sein einen neuen Leasingnehmer zu finden. Natürlich sind die Flugzeuge in dieser Größenordnung unspektakulär im Verhältnis zum A380. Die Frage bleibt nur, welches Flugzeug am langen Ende die bessere Rendite einfliegt bei einem möglichst geringen Risiko.

Derzeit bietet das Emissionshaus KGAL ein Fonds mit dem A319 an. Interessant für viele Investoren ist hier die kurze Laufzeit von nur fünf Jahren (Prognose). Auch beim Veräußerungserlös schein KGAL konservativ kalkuliert zu haben. Die gutachterlichen Werte der professionellen Firmen im Flugzeugbereich, wie AVAC, Ascend, AVITAS oder MBA, schätzen den Wert der Maschinen nach fünf Jahren auf höhere Werte als es der Initiator mit USD 10,8 Mio. annimmt. Im Durchschnitt der Gutachten liegt die untere Grenze bei USD 11,1 Mio. Aus heutiger Sicht ergibt sich hier ein Potenzial auf eine höhere Rendite durch einen besseren Veräußerungserlös als prospektiert. Interessant ist, dass selbst bei einem noch schlechteren Verkaufserlös, als den schon angenommenen, von 20 % immer noch das Kapital erhalten bleibt.

Bleibt noch die Frage offen, ob sich diese dann "alten" Flugzeuge, sofern der noch spritsparenderen A319neo eingeführt wird, am Markt behaupten können. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird dieses Problem von dem Faktor Zeit entschärft, denn die Einführung dieser Maschine ist für das vierte Quartal 2015 vorgesehen. Jeder weiß, dass bei der Auslieferung von Neukonstruktionen massive Zeitverschiebung nahezu unvermeidlich sind. Man denke nur an die Verzögerung des Airbus A380. Marktinsider glauben, dass die Auslieferung der ersten Maschinen des A319neo eher 2016 oder 2017 vorgenommen werden können. Rein rechnerisch würde es dann noch einmal zehn Jahre dauern bis die jetzige A320-Familie komplett durch neos ersetzt sein würde. Das wäre dann das Jahr 2026. Aber selbst wenn eine Airline heute den neuen A319neo bestellt, würde sie die ersten Maschinen erst im Jahr 2021 zur Auslieferung erhalten.

Ich meine das Luftfahrt eine interessante Alternative im Bereich Transport und Logistik gegenüber den Schiffen bietet, auch wenn die Renditen nicht so hoch sein werden. Dafür ist das Risiko, aufgrund der Leasingkonstruktion, auch geringer.

Autor: Marc Philipp Brandl