Montag, 22.04.2013

Die Marktaussichten für ein Investment in Flugzeuge.

Wie schon mehrfach an dieser Stelle von mir veröffentlicht, sind die Aussichten für Flugzeuge aufgrund der immer größer werdenden Passagierzahlen auch in Zukunft mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser wie in den letzten 45 Jahren.

Auch Krisen wie beispielsweise die Ölkrise im Jahr 1973, der 11. September 2001 oder die aktuelle Finanzen- und Wirtschaftskrise, konnten den Markt nur kurzfristig unter Druck bringen. Trotzdem steigen die Passagierzahlen deutlich weiter an, was bedeutet, dass immer mehr geflogen wird.

Für einen Investor ist es sicherlich wichtig zu wissen, in welchen Flugzeugtyp er investieren soll. Noch wichtiger für ihn sollte jedoch die Firma sein, die das Flugzeug managed. Vielen Investoren wurde erst durch die Krise im Schiffsbereich klar, wie wichtig der Manager einer Schiffsbeteiligung (Reederei) wirklich ist. Denn diese ist ein Garant dafür, wie gut oder wie schlecht das Asset (z.B. ein Schiff) durch eine Krise kommt.

Aus Sicht einer Fluggesellschaft sind heutzutage geringe Betriebskosten ein ausschlaggebender Faktor bei einer Kaufentscheidung. Grundsätzlich geht der Trend zu größeren, aber auch treibstoffsparenden Regionalflugzeugen. Ein Hersteller in diesem Segment, Bombardier, erwartet besonders hohe Zuwachsraten bei Flugzeugen mit 60-99 Sitzplätzen. Im Jahr 2011 flogen in diesem Segment rund 2.500 Flugzeuge – für das Jahr 2031 (in 18 Jahren) werden es nach aktuellen Schätzungen ca. 6.800 sein, was einem Zuwachs von mehr als 15 % pro Jahr entspricht. Ähnlich sieht es bei Flugzeugen mit einer Kapazität zwischen 101-149 Sitzplätzen aus. Dort wird im gleichen Zeitraum ein Anstieg von 5.100 auf 9.000 Flugzeuge erwartet, was ein Wachstum von fast 10 % pro Jahr entspricht. 

Auf der anderen Seite ist zu erwarten, dass Regionalflugzeuge mit einer Kapazität von weniger als 60 Sitzplätzen aufgrund der hohen Betriebskosten an Bedeutung verlieren werden und durch größere ersetzt werden. Die Firma Boeing erwartet in den nächsten 18 Jahren eine Auslieferung von weltweit ca. 34.000 Flugzeugen, wovon rund 68 % (23.000 Auslieferung) auf Regionalflugzeuge aller Größenordnungen entfallen werden. Als Grund für diese Entwicklung sieht Boeing das weltweite kontinuierliche Wachstum der Billig-Airlines und ein starkes Ansteigen des Luftverkehrs in den Schwellenländern, vor allem in Asien.

Ob ein Investment in ein Langstreckenflugzeug, wie zum Beispiel dem Airbus A380 wirklich lohnenswert ist, ist heute kaum abschätzbar. Als Hauptgrund hierfür ist zu nennen, dass das Flugzeug derzeit nur von wenigen Airlines weltweit geflogen wird, was beim Ausfall eines Leasingnehmer eventuell Schwierigkeiten verursachen könnte, einen neuen Leasingnehmer zu finden. Außerdem konnte das Flugzeug aufgrund seiner erst kurzen Lebensdauer, seine Verwendungsfähigkeit und Vermarktbarkeit als Gebrauchsflugzeug noch nicht unter Beweis stellen. Daher schlummern beim Veräußerungserlös eines derartigen Flugzeuges für den Anleger derzeit noch überproportionale Risiken.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man mit kleineren Flugzeugen sicherlich ein ruhigeres Investment tätigt als mit einem Langstreckenflugzeug. Ich werde in den nächsten Tagen hierzu ein entsprechendes Angebot vorstellen.

Autor: Marc Philipp Brandl