Mittwoch, 08.02.2012

Luftfahrt-Grundlagen: Der Bedarf der Fluggesellschaften

Bevor man in ein neues Marktsegment investiert sollte man sich überlegen, ob für einen solchen Sachwert, in diesem Fall das Flugzeug, überhaupt Bedarf besteht.

Diesen Bedarf muss man in zwei Segmente aufteilen. Das Eine zeigt wie stabil sich dieses Marktsegment in der Vergangenheit entwickelt und wie das zu erwartende Wachstum im Bereich der Luftfahrt in der Zukunft sein wird oder sein könnte. Das Andere ist der Bedarf der Fluggesellschaften an neuen Flugzeugen.

Hier ist es interessant die Leasingsquoten der einzelnen Airlines anzusehen und welche Planung sie diesbezüglich für die Zukunft haben. Eine der wohl bekanntesten Fluggesellschaften neben der Deutschen Lufthansa ist die Emirates. Diese Airline fliegt derzeit über 160 Maschinen von den im März 2011 nur 3 in ihrem Eigentum waren. Alle anderen Maschinen waren nur ausgeliehen oder anders formuliert geleast. Damit besitzt diese Top-Airline die höchste Leasingsquote in der Branche.

Ein grundsätzlich anderes Bild zeigt sich bei den europäischen Fluggesellschaften. Bei der Lufthansa beispielsweise und ihren Töchtern, die Ende 2010 ca. 710 Flugzeuge besaßen waren lediglich 18 % geleast. Die Planung von Lufthansa geht dahingehend, dass bis 2016 weitere 155 Flugzeuge geleast werden sollen. Diese Zahl könnte sich sogar noch um weitere 48 erhöhen. Air France gehörten Anfang 2011 ca. zwei drittel ihrer 380 Flugzeuge selber. 

Die Orderbücher bei den beiden Konkurrenten Airbus und Boeing sind voll gefüllt. Bei Airbus lagen bis November 2011 4.453 Bestellungen vor, was einem neuen Rekord entspricht. Ähnliches gilt für Boeing. Hier lagen zum selben Zeitpunkt 3.771 Bestellungen vor. Bestellt wurden die Flugzeuge im wesentlichen von Flug- und Leasinggesellschaften. Neben ansteigenden Transportaufkommen werden die Maschinen dazu benötigt die Flotten zu erneuern und aufzustocken. Außerdem ist der Bedarf an modernen und effizienten Maschinen im schnell wachsenden Markt in Asien in Verbindung mit geringen Kerosinkosten enorm. Vor allem dann, wenn man bedenkt, dass rund ein Drittel der Flugzeugbetriebskosten für Treibstoff verwendet werden müssen. 

Fortsetzung folgt!

Autor: Marc Philipp Brandl