Samstag, 22.06.2013

Die Mietsteigerungen in Deutschland sind deutlich geringer als von vielen Immobilieninvestoren erwartet.

Nach einer Studie aus dem Investmentkompass Wohnen der Patrizia Immobilien AG, werden die Mieten bis 2017 in den meisten deutschen Großstädten weiter ansteigen, allerdings nicht annähernd so stark, wie man es in den vergangenen Jahren erwartete.

Der Leiter des Researches bei der Patrizia Immobilien AG, Dr. Marcus Cieleback, sagte dazu: "Entgegen der vorherrschenden Meinung in Deutschland, die Mieten würden explodieren, sind die Anstiege noch schwächer als die eigentliche Inflation. Vor allem im Neubausegment sind die Anstiege mit durchschnittlich 0,5 Prozent pro Jahr schwächer ausgefallen als zunächst gedacht.“  Vom Grundsatz her, stellt das eine dramatische Entwicklung dar; werden Immobilien doch immer als inflationssichere Kapitalanlagen angeboten. Offensichtlich sind Immobilien nicht in der Lage die Inflation zu puffern. Mit langsam steigenden Mieten, werden aber auch die Immobilienpreise deutlich langsamer ansteigen als von den Investoren erwartet. Sollten die Mietpreise sich langfristig weiter derart schwach entwickeln, dann werden Immobilien es nicht schaffen die Inflation nur im Ansatz zu puffern. Weniger dramatisch ist die Lage bei den Bestandswohnungen. Hier stiegen die Mieten nach der Studie um 1,5 % pro Jahr. Auch dieser Wert ist noch weit von einer Inflationspufferung entfernt. 

Selbstverständlich ist es grundsätzlich nicht möglich, alle Immobilien über "einen Kamm zu scheren". Je nach Teilmarkt in den unterschiedlichen Städten und Lagen, unterscheidet sich auch das potentielle Risiko für eine Immobilieninvestition. Beispielsweise ist nach der Studie in Berlin bei Bestandsimmobilien das Risiko am höchsten und in Hamburg am niedrigsten. Hierzu sagte Cieleback: „Daher sollten Investoren im Hinblick auf eine gute Investmentstrategie für ihr Portfolio je nach Standort zwischen Bestands-und Neubaumarkt unterscheiden.“

Ich glaube, dass Immobilieninvestoren aufpassen müssen, dass sie derzeit nicht in zu teure und überhitzte Immobilienmärkte investieren. Das Risiko bei Immobilien scheint höher zu sein, als von den meisten Investoren hinlänglich erwartet und die erwartete Inflationspufferung ist deutlich geringer als erhofft.

Autor: Marc Philipp Brandl