Mittwoch, 11.07.2012

Was die wenigsten wissen: die Commerzbank zieht sich auch aus der Finanzierung von gewerblichen Immobilien zurück!

Bekanntlich hatte sich die Commerzbank aus dem Bereich der Schiffsfinanzierung zurückgezogen.

Aber nicht nur das! Auch der Rückzug aus der gewerblichen Immobilienfinanzierung ist kein gutes Signal für das Kreditgeschäft in diesem Bereich. Wie der Präsident des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) Walter Rasch sagte würde sich durch die Entscheidung der Commerzbank die Situation in der Immobilienwirtschaft und die Kapitalbeschaffungsmöglichkeit der Unternehmen weiter erschweren. Auch könne er es überhaupt nicht verstehen, weshalb sich eine Großbank aus dem sicheren, langfristigen Immobiliengeschäft zurückziehe. Seiner Meinung nach war die Immobilienwirtschaft in der Finanzkrise ein stabilisierender Faktor.

Die Schwierigkeiten für die Banken beginnen mit der schrittweisen Einführung ab 2013 von Basel III. Danach müssen Banken Darlehen je nach deren Qualität mit verschieden viel Eigenkapital hinterlegen. Da viele Banken offensichtlich nicht über genügend Eigenkapital verfügen werden deshalb weniger großvolumige und langfristige Kredite vergeben. Damit dürften sich die Kreditvergabebedingungen für Unternehmen weiter verschlechtern. Nach Meinung von Herrn Rasch heißt das verknappen von Krediten Investitionen zu gefährden und damit den Aufschwung zu bremsen. Alleine 2014 sollen laut Maklerunternehmen Jones Lang LaSalle (JLL) ca. € 35 Milliarden Kreditvolumen im gewerblichen Immobilienbereich zur Refinanzierung anstehen. Wie dieses Problem der Refinanzierung zu adäquaten Zins zukünftig ggf. ohne Banken gelöst werden soll bleibt offen. Damit könnte das Signal der EZB, die kürzlich den Leitzins auf den niedrigsten Stand seit der Euro-Einführung senkte verpuffen und zu keinen weiteren Kreditvergaben führen.

Autor: Marc Philipp Brandl